cricri_72 (cricri_72) wrote,
cricri_72
cricri_72

  • Mood:

Heldenreise - Teil 4

>> zum Heldenreisen-Masterpost

(Sommer)Challenge: Tabelle Heldenreise: Handlungszwang - Einsatz und Risiko erhöhen sich
Rating: P 12
Genre: Slash, Humor
Länge: ~ 550 Wörter
Zeit: ~ 50 Minuten


***


  "Und, war's nett?"

  "Frag nicht", brummte Thiel. Wenigstens mußte er in diesem Fall nicht lügen - ihm tat jeder Knochen weh, weil Herbert ihn im Garten hatte schuften lassen. Unkrautjäten war so ziemlich das unangenehmste, was es da zu tun gab. Vor allem, wenn sein Vater mit einer Flasche Bier daneben im Schatten saß und fröhlich verkündete, daß er ihm ja leider nicht helfen konnte, wegen seiner Hüfte.

  "Ein bißchen Bewegung an der frischen Luft schadet dir mal gar nicht", sagte Boerne und lachte. Das hob seine Laune nun überhaupt nicht. Wieso gab er sich eigentlich soviel Mühe, ein Geschenk zu finden? Er brummte Schön, daß du Spaß beim Golfspielen hattest und wollte ins Bad, um den halben Garten abzuwaschen, als ihn Boerne stoppte.

  "Ist alles in Ordnung?" Das klang so besorgt, daß sein Ärger wieder verrauchte.

  "Ich bin stundenlang durch Herberts Garten gekrochen. Mir tut alles weh."

  "Mhm." Finger tasteten an seinen Schultern entlang hoch zum Nacken. "Fühlt sich ziemlich verspannt an. Was hast du denn gemacht?"

  "Unkraut gejätet."

  "Ah. Spannend." Zwei Daumen drückten sich genau an der richtigen Stelle in seine verspannten Nackenmuskeln. Das tat weh und gleichzeitig gut, wie auch immer Boerne das schaffte. "Ist er immer noch ungehalten, weil er als letztes von uns erfahren hat?"

  "Was?" Er hatte nicht richtig zugehört, weil all seine Konzentration von Boernes Händen gefangen genommen worden war.

  "Dein Vater. Ist er immer noch -"

  "Als wäre das meine Schuld, daß er wochenlang durch Indien trampt und nichts von sich hören läßt!"

Boerne stoppte. "Nein. Und reg' dich nicht auf, sonst verspannst du dich nur noch mehr. Heiß duschen wäre nicht verkehrt, dann wird der Muskelkater vielleicht nicht ganz so schlimm."

  "Was meinst du, was ich gerade tun wollte", brummte Thiel. An Herbert, den Streit, den sie gehabt hatten, als er von Boerne erfahren hatte, und vor allem die Sorgen, die er sich gemacht hatte, als Herbert sich von seinem Indientrip tage- und wochenlang nicht gemeldet hatte, wollte er jetzt am allerwenigsten denken. Aber dann legte Boerne die Arme um ihn und das Kinn auf seine Schulter, und der Gedanke an seinen Vater verschwand so schnell wie er gekommen war.

  "Weiß ich doch", murmelte Boerne. "Sehr vernünftig von dir."

...

  "Kommst du mit?"

  "Die Dusche sollte doch der Entspannung dienen."

  "Das ist doch entspannend."

  "Wenn's drauf ankommt, ist deine Logik wirklich unübertrefflich."


***


  "Ich hab' da übrigens was für dich", sagte Boerne völlig unvermittelt, während sie vor dem Fernseher saßen und er schon fast eingedöst war.

  "Was?" Thiel sah ungläubig auf das Päckchen, das vor seine Nase geschoben worden war. "Wieso?"

  "Nur so", sagte Boerne und lächelte.

  "Aber ..."

  "Dann eben zum fünfzigsten."

  "Fünfzigsten?"

  "Tag, den wir zusammen sind."

  "Oh." Er starrte auf das kleine Päckchen. "Ist das heute?"

  "Eigentlich ist heute der 49. Ich hatte keine Lust zu warten. Jetzt mach' schon auf!"


***


  "Ein Abus-Kettenschloß ..." Thiel starrte ungläubig auf das Geschenk in seiner Hand. "Woher wußtest du -"

  "Du hast den halben Abend seufzend vor deinem Katalog gesessen und ihn dann an der Stelle aufgeschlagen liegengelassen", unterbrach Boerne ihn amüsiert. "Außerdem habe ich keine Lust mehr, alle Jahre wieder das Gejammer zu hören, daß dir schon wieder dein Fahrrad geklaut worden ist."

Das Ding war ihm viel zu teuer vorgekommen - immerhin war sein Rad nicht mehr das jüngste und selbst nicht mehr viel wert. Aber granitharte, 10 mm starke Sechskantkette, massiver, gegen brutale Angriffe (Hammer, Bolzenschneider, Säge etc.) gesicherter Schloßkörper hatte sich sehr verführerisch angehört. Alleine die Vorstellung, wie der nächste dieser hinterhältigen Fahrraddiebe sich die Zähne an so einem Schloß ausbeißen würde ...

  "Danke", sagte er. Und im gleichen Moment fiel ihm ein, daß Boerne ihm damit mal eben so und nebenbei genau das geschenkt hatte, was er sich wünschte. Und er hatte nach wie vor keine Geschenkidee.

Verdammt.


* tbc *


Teil 3 << | >> Teil 5
Tags: !120 minuten, f: tatort münster, g: fanfic, g: slash, p: thiel / boerne
Subscribe

  • Nicht die Zeit für Spitzfindigkeiten

    Rating: P 6 Genre: Freundschaft, etwas Humor, Thiels POV Handlung: Boerne hat eine ganz klare Haltung zum Thema Corona-Restriktionen. Länge:…

  • Erwachsen werden

    Fandom: Tatort Berlin Rating: P 6 Genre: Slash, established relationship, Humor Handlung: In diesem Jahr ist alles anders, aber manches bleibt…

  • Vom Wesen der Freundschaft

    Rating: P 6 Genre: Freundschaft/Liebe, etwas h/c, Episodenbezug: Limbus Handlung: Thiel und Boerne erinnern sich etwas unterschiedlich an das, was…

  • Post a new comment

    Error

    default userpic

    Your reply will be screened

    Your IP address will be recorded 

    When you submit the form an invisible reCAPTCHA check will be performed.
    You must follow the Privacy Policy and Google Terms of use.
  • 7 comments